Lufthansa hatte der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Samstag erneut ein Angebot zur Aufnahme von Tarifverhandlungen gemacht und war dabei nach eigenen Angaben auf zentrale Forderungen der Pilotengewerkschaft eingegangen. Momentan werden wieder Flüge der Airline bestreikt, heute die Langstrecke und der Frachtverkehr, morgen sollen Mittel- und Kurzstrecken bestreikt werden. Neben der Übergansversorgung droht der Konflikt nun auch durch die neue Eurowings zu eskalieren. Sollte die VC zum Einstieg in Verhandlungen bereit sein, hat Lufthansa hat für die Dauer der Verhandlungen – befristet bis 31.12.2015 – eine Reihe von Punkten zugesagt.
Zudem bietet Lufthansa an, Nachwuchspiloten (NFF) befristet für die Dauer von zwei Jahren bei Germanwings oder Eurowings Deutschland einzustellen. Es gelten die Vergütungsbedingungen der Eurowings Europe. Zusätzlich erhalten die Nachwuchspiloten für den Zeitraum der befristeten Anstellung eine Einmalzahlung in Höhe von 12.500 Euro je Beschäftigungsjahr.
Lufthansa hat der VC auch ein neues Angebot zur Übergangsversorgung vorgelegt und greift dabei die von den Piloten selbst stammenden Vorschläge auf:
"Wir wollen gemeinsam mit der VC daran arbeiten, wieder wettbewerbsfähige Kostenstrukturen bei Lufthansa und Germanwings zu schaffen", betont Dr. Bettina Volkens, Vorstand Personal und Recht der Deutschen Lufthansa AG. "Nur so können wir Perspektiven für unsere Piloten und Nachwuchspiloten schaffen." Zuletzt war die Flotte von Lufthansa zum ersten Mal in der sechzigjährigen Unternehmensgeschichte geschrumpft. Lufthansa hatte der Konzerntarifkommission der Vereinigung Cockpit angeboten, in Vergleichen mit relevanten Wettbewerbern die Wettbewerbsposition von Lufthansa und Germanwings zu ermitteln und auf dieser Grundlage gemeinsam Maßnahmen zu vereinbaren, um die notwendigen Kostensenkungen zu erreichen.
"Auch der Aufbau der neuen Eurowings im europäischen Punkt-zu-Punkt-Verkehr ist eine Maßnahme, mit der wir uns gegenüber dem Wettbewerb in diesem hart umkämpften Markt behaupten wollen. Innerhalb einer Woche haben sich weit mehr als 1.000 externe und interne Bewerber inklusive Nachwuchspiloten auf die Cockpitstellen bei der neuen Eurowings beworben. Das zeigt, dass wir auch dort attraktive Beschäftigungsbedingungen anbieten", sagt Volkens.
Lufthansa appelliert an die Vereinigung Cockpit, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Wir haben nun wiederholt Zugeständnisse an die VC gemacht und sehen damit eine gute Grundlage, auf dieser Basis die Verhandlungen aufzunehmen. Denn Verhandlungen sind der einzige Weg zu einer Lösung dieses Tarifkonflikts", so Volkens. Lufthansa hatte die VC bereits in der vergangenen Woche zu Gesprächen am Wochenende eingeladen, die die Gewerkschaft jedoch abgesagt hatte. Aus Sicht der VC seien die Angebote letztendlich jedoch "substanzlos" und angesichts einer sehr guten Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr seien die Sparmaßnahmen nicht nachvollziehbar.